Die ganze Ungerechtigkeit ERWÜRGT mich.
Ich finde nicht mal ein richtiges Wort dafür, keine einfache Fläche, keine Person, welche ich anklagen könnte, gegen die ich meine ganze Wut richten kann. Es sind nicht einzelne Menschen, gegen welche ich mich wenden könnte, und falls doch, dann doch nur als Symbol für ein System, welches zu tiefst und von Grunde auf ungerecht ist.
Der Kapitalismus, ja der Kapitalismus wäre einzuklagen. Aber was könnte ich damit schon gross aussagen? Er ist ja doch ein zu grosses, ein zu diffuses, unklar vorstellbares Gebilde. Ein Phantom, über welches alle sprechen aber niemand es richtig zu fassen weiss. Der Kapitalismus, die Kritik gegen ihn ist so alt wie er selbst. Marx hat uns gelehrt: Systeme tragen immer schon die eigene Kritik in sich mit. Die Dialektik ist wohl das Los der Menschheit. Ungleich Marx glaube ich nicht an die Auflösung der Gegensätze.
Ewiger Kampf ist der Weg, der beschritten werden muss. Der Stein, welchen wir zusammen den Berg hochrollen, wird in einem Moment der Unbedacht wieder herunterrollen und mit ihm stürzt die ganze getane Arbeit in die Tiefe. Warum ist es so schwer, Gerechtigkeit herzustellen? Warum gibt es Menschen, welche sich einem sozialeren Zusammenleben mit Gewalt entgegenstellen? Warum verteidigen Menschen ein System, unter welchem andere Leiden? Und warum sind wir noch nicht weiter auf diesem Weg? Es sind diese Fragen, die mir die Wut in den Bauch treiben. Und mein Herz bluten lässt unter der Ungerechtigkeit der Welt.
Es sind Zeiten wie diese, welche die Tage düster und grau werden lassen. Ein ewiger Winter, die Natur spiegelt mein Gemüt.